5 Möglichkeiten zur Produktfertigung in Mexiko

Das eigenständige Modell

Obwohl der Name eine Unabhängigkeit von Drittanbietern impliziert, werden bei einem eigenständigen Fertigungsbetrieb in Mexiko Funktionen wie beispielsweise Recruiting, Lohnmanagement, Import und Export sowie Buchhaltung, die durch spezialisierte Unternehmen effizienter erledigt werden können, häufig zunächst extern vergeben. Viele Unternehmen bauen jedoch von Anfang an ein komplettes Verwaltungsteam auf und kümmern sich selbst um Arbeitskräfte, Management und Geschäftsleitung.

Für ein eigenständiges Werk ist in Mexiko in der Regel die Gründung eines neuen Rechtsträgers erforderlich. Dieser neue Rechtsträger und die mögliche Verknüpfung mit einem zugehörigen ausländischen Unternehmen führt zu Fragen hinsichtlich der Einkommens- und Verbrauchssteuer sowie der Einhaltung von Bestimmungen zu Beschäftigung, Handel und Zöllen, die von kompetenten und seriösen Experten auf diesen Gebieten in Mexiko bearbeitet werden können.

Die erheblichen Vorabinvestitionen, die für den Aufbau eines neuen Fertigungsbetriebs erforderlich sind, führen bei den jeweiligen Unternehmen zu Risiken und lassen Zweifel aufkommen, dass der Betrieb in Mexiko die anvisierten Ziele erreicht. Unternehmen mit eigenständigem Betrieb haben allerdings die volle Kontrolle. Daher entscheiden sich in der Regel Unternehmen für das eigenständige Modell, die über ein großes Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und Kapazitäten verfügen.

Das Offshoring-Modell

Das Offshoring-Fertigungsmodell kam in Mexiko in den 1980er-Jahren auf. Bei diesem Modell erhalten ausländische Fertigungsunternehmen in Mexiko Unterstützung beispielsweise bei administrativen und regulatorischen Aufgaben und profitieren von einem geringeren Risiko. Diese Modell kann als Hybrid zwischen eigenständiger und Auftragsfertigung angesehen werden: Das ausländische Unternehmen behält die volle Kontrolle über alle produktionsbezogenen Funktionen und Assets, muss jedoch weniger Energie auf administrative und nicht mit der Produktion zusammenhängende Aufgaben aufwenden.

Beim Betrieb über ein Offshoring-Unternehmen verfügt das ausländische Unternehmen über die vollständige Kontrolle in den Bereichen Produktionsassets, Technik, Produktionsprozesse, Qualitätskontrolle und Lieferkette, das Offshoring-Unternehmen ist jedoch in Mexiko als juristische Person eingetragen. Diese juristische Person ist den mexikanischen Behörden gegenüber zur Compliance verpflichtet und tritt als Handelspartner der Dienstleister vor Ort auf.

Im englischen Sprachgebrauch wird im Zusammenhang mit „Offshoring“ auch oft der Begriff „Shelter“ verwendet, der impliziert, dass das ausländische Unternehmen vor Arbeits-, Handels- und Steuergesetzen abgeschirmt oder geschützt wird. Tatsächlich wird das Offshoring-Modell von den mexikanischen Behörden als Modell für Rechtsträger anerkannt, da es sich hierbei um einen bewährten Mechanismus handelt, der ausländischen Fertigungsunternehmen den Markteinstieg in Mexiko ermöglicht. Der mexikanische Staat begünstigt Offshoring-Unternehmen bei der Einkommens- sowie der Verbrauchssteuer und gewährt Vorteile beim Import/Export, um Offshoring-Unternehmen und deren Kunden konsequent zu schützen.

Die weniger als 20 Offshoring-Unternehmen in Mexiko sind überwiegend in grenznahen Bundesstaaten angesiedelt, vereinzelt jedoch auch in der Bajío-Region anzutreffen. Auch wenn Offshoring-Unternehmen letztendlich dieselbe Zielsetzung haben, weist die individuelle betriebliche Ausgestaltung jedoch Unterschiede auf. Die meisten Unternehmen bieten umfassende personalbezogene Services und Kompetenzen für den Import und Export von im Fertigungsbetrieb verwendeten und dort produzierten Gütern.

Das Auftragsfertigungsmodell

Die Auftragsfertigung in Mexiko entspricht der in anderen Ländern. Im Gegensatz zum eigenständigen Betrieb befinden sich die Produktionsassets (größtenteils) im Besitz des Auftragsfertigers in Mexiko, der auch alle Bereiche der Produktion kontrolliert und die Warenproduktion dem ausländischen Unternehmen in Rechnung stellt. Bei Auftragsfertigern in Mexiko handelt es sich in der Regel um EMS-Anbieter, obwohl die Auftragsfertigung auch in der Textil- und Bekleidungsbranche zunimmt.

Das Fusions- oder Übernahmemodell

Die Fusion eines ausländischen Unternehmens mit einem etablierten mexikanischen Fertigungsunternehmen (bzw. dessen Übernahme) kommt bei der Eröffnung eines Fertigungsbetriebs in Mexiko seltener zur Anwendung, da sich die meisten etablierten Fertigungsbetriebe in Mexiko, die den Großteil ihrer Produktion exportieren, bereits in der Hand ausländischer Unternehmen befinden oder mit diesen verbunden sind.

Auch wenn eine Fusion oder Übernahme die potenziell langwierige und teure Einführung eines effizienten Betriebs in Mexiko deutlich verkürzen kann, besteht das Risiko, dass suboptimale Management- und Führungsabläufe übernommen werden.

Das Joint-Venture-Modell

Bei einer Fusion oder Übernahme handelt es sich um eine Verbindung beider Unternehmen. Das Joint Venture jedoch ist eine Partnerschaft, bei der jeder Partner bestimmte Stärken einbringt, wodurch ein gemeinsames Ziel erreicht werden soll.

Ein Joint Venture kann sich als lohnende Partnerschaft erweisen, wenn das ausländische Unternehmen über einen eigenen Kundenstamm (wenn es sich z. B. um ein Vertriebs-, Handels- oder Markenunternehmen handelt) und das mexikanische Fertigungsunternehmen über die passenden Assets und Kompetenzen verfügt, die der Nachfrage des ausländischen Partners hinsichtlich bestimmter Produktarten entsprechen.

In der Maquiladora-Industrie Mexikos sind Joint Ventures zwischen unabhängigen Parteien eher selten, da jede Maquiladora über ein Gegenstück im Ausland verfügt.

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